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  • Immer diese Weinpakete

    Ich habe mir letztens ein Weinpaket bei einem renommiertem Onlineshop bestellt. 100 Euro hat mich das ganze gekostet für 12 Flaschen. Hört sich als Verbraucher natürlich erstmal super an, im Schnitt sind das ja unter 10 Euro pro Flasche. Und gerade wir Deutschen sind was das angeht sehr knauserig. Die meisten Leute geben für die Flasche Wein nicht mehr als 5 Euro aus. Ich hätte daher eigentlich erwarten können, dass das nichts wird. Von 12 Flaschen haben mir persönlich gerade einmal 2 Stück geschmeckt, wobei davon nur eine Flasche eine Bewertung von über 85 hatte. Für nur diese eine Flasche hätte ich 10 Euro gezahlt, so hatte ich das 10 fache geblecht; für eine gute Flasche Wein und 11 neue Erfahrungswerte.

    Der wichtigste aber war auf jeden Fall, das Weinpakete vielleicht hilfreich sind, um sich durch Rebsorten durchzuprobieren und um eine gewisse Masse für (vermeintlich) wenig Geld zu haben; im Endeffekt aber nicht für den Genuss gedacht sind. Naja, zumindest in diesem Preisrahmen. Wenn man für 6 Flaschen 100 Euro in die Hand nimmt, sieht das ganze schon wieder besser aus. Noch interessanter wird das ganze bei 3 bis 4 Flaschen. Dann fängt es an so richtig Spaß zu machen. Man merkt also schnell, dass guter Wein für den Genuss zwar nicht immer so günstig ist, wie vielleicht die 5 Euro Flasche im Supermarkt, man aber auch keine 50 Euro ausgeben muss für eine Flasche im Fachhandel.

    Meiner Erfahrung nach liegt der Softspot irgendwo zwischen 10 und 30, vielleicht 35 Euro, die Flasche. Dann bekommt man schon was richtig gutes für sein Geld. Ich persönlich werde in Zukunft auf jeden Fall zu einem Händler gehen und ihn für 100 Euro eine kleine Weinauswahl für mich erstellen lassen. Ein Tipp von mir, vermeidet wenn es geht die größeren Ketten und sucht euch Weinfachhändler im Umkreis die vielleicht sogar ein wenig kleiner sind. Dort gibt es in der Regel nicht nur den Primitivo und Grauburgunder für nen Zehner, sondern auch manchmal kleine Schätze für gutes Geld. Wenn ihr aber nur den Kollegen Jaques in der Nähe habt, dann versucht zumindest euch auf nur eine Hand voll Flaschen zu begrenzen und startet vielleicht auch nur mit einer Rebsorte, aber aus unterschiedlichen Gebieten. So könnt ihr direkt Charakteristika der Sorten und Anbaugebiete verknüpfen und trinkt trotzdem guten Stoff.

    Egal wie ihr es am Ende des Tages macht, merkt euch bitte nur eins. Guter Wein kostet, zumindest ein bisschen was. Bei einem Döner für 2 Euro würde heutzutage auch jeder hellhörig werden und hinterfragen, wie die Produkte denn Qualität haben können. Und das ganze ohne weitere Kosten wie Personal und Mietkosten für den Laden mit eingerechnet. Und wenn ihr mal ein Weinpaket bestellt, achtet immer darauf wie viele Flaschen ihr für das Geld bekommt. Und zur Not nehmt lieber weniger als mehr um bei der Qualität keine Abstriche zu machen.

    Meine restlichen Weine werden jetzt zum Kochen benutzt. Denn ja, ich habe das Weinpaket in doppelter Ausführung bestellt… Viel Spaß beim Shoppen und Cheers.

    Euer Weinfreund